
Nickel-Metallhydrid (NiMH) wird oft wegen Sicherheit, Lebensdauer und Toleranz gewählt, doch außerhalb der Zellenindustrie können nur wenige erklären, was in der Dose beim Stromfluss geschieht. Die innere Chemie zahlt sich praktisch aus: warum NiMH flache 1,2 V liefern, warum ein Ladegerät einen Einbruch statt einer Spitze sucht, warum eine verschlossene Zelle kein Wasser braucht und warum Temperatur — nicht Spannung allein — eine volle Zelle am zuverlässigsten anzeigt. Die Dose öffnet sich, Elektrochemie Schritt für Schritt.
Jede verschlossene NiMH-Zelle besteht aus denselben drei aktiven Bausteinen.
Bei Entladung verlässt ein Wasserstoffatom die Hydridlegierung am Negativen, verbindet sich mit einem Hydroxidion und gibt ein Elektron ab:
Negativ (Entladung): MH + OH⁻ → M + H₂O + e⁻
Elektronen durch das Gerät, am Positiven nimmt Oxidhydroxid sie auf und wird zu Hydroxid reduziert:
Positiv (Entladung): NiOOH + H₂O + e⁻ → Ni(OH)₂ + OH⁻
Addiert kürzen sich Wasser und Hydroxid, das Gesamtbild ist einfach:
Gesamt (Entladung): MH + NiOOH → M + Ni(OH)₂
Klar: Entladung transportiert Wasserstoff vom negativen Legierung zum positiven Pol durch den Elektrolyten, die Elektronen nehmen den Weg über die Last. KOH pendelt Ionen, regeneriert sich aber im Kreislauf — Hauptgrund langen Lebens ohne Wartung.
Beim Laden läuft alles rückwärts. Am Positiven wird Ni(OH)₂ unter Protonenabgabe zu NiOOH oxidiert; am Negativen nimmt die Legierung Wasserstoff wieder auf zum Hydrid:
Gesamt (Ladung): M + Ni(OH)₂ → MH + NiOOH
Wasserstoff wird zurück ins Gitter gepumpt, in fester Lösung gespeichert. Früh hocheffizient, nahezu thermoneutral. Oberhalb etwa 80–90 % gehen dem Positiven die Hydroxide aus, eine Nebenreaktion — Sauerstoffentwicklung — übernimmt. Diesen Übergang zu steuern ist die ganze Grundlage der Laderegelung.
Die Potenzialdifferenz zwischen Nickel und Hydrid beträgt über den Großteil des Bereichs etwa 1,2–1,3 V, daher die Nennspannung 1,2 V je Zelle. Da beide Reaktionen zweiphasige Festkörperübergänge sind, bleiben die Potenziale nahezu konstant, solange Aktivmaterial beidseits existiert. Daher die flache Kurve: frisch bei 1,35–1,40 V unter Last, nahe 1,2 V über den Großteil der Kapazität, erst bei Erschöpfung Abfall zur 1,0 V-Endspannung.
Zweifach nützlich: Regler und Motoren auf vorhersehbare Spannung auslegen, Kapazität auf definierten Cutoff messen — üblicherweise 1,0 V je Zelle beim Nennstrom.

Die Zelle ist dauerhaft verschlossen, doch nahe 100 % erzeugt das Laden unvermeidlich Sauerstoff am Positiven:
Sauerstoffentwicklung (Überladung): 4OH⁻ → O₂ + 2H₂O + 4e⁻
Statt Druck bis zum Vent aufzubauen, ein geschlossener Sauerstoffkreislauf durch bewusste Bauweise:
Mäßige Überladung wird auf Dauer als Wärme statt Gas absorbiert — daher vertragen korrekte Packs geringen Erhaltungsstrom und nachsichtige Ladegeräte. Das mechanische Vent bleibt letzte Linie gegen groben Missbrauch.
Der Rekombinationskreislauf liefert die Signale für eine volle Zelle:
Darum kombinieren gute Ladegeräte −ΔV, ΔT/Δt, Maximaltemperatur und Timer, und die Erhaltung läuft auf niedriger C-Rate: die Chemie ist nachsichtig, doch Wärme kennzeichnet stets vergeudeten Strom.
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